bilder e. ausstellung


Erschüttert vom frühen Tod seines Freundes Hartmann und inspiriert von dessen Bildern komponierte Modest Mussorgsky seinen bewegten Klavierzyklus in einem 24-tägigen Schaffensrausch. Helmschrot geht den Weg anders herum: Inspiriert von der bewegenden Musik des russischen Komponisten entstehen die Bilder neu. Die Bühne ist die Leinwand, die Künstler sind die Farben. Und plötzlich beginnen die Gemälde zu leben: aus dem Motiv "Bydlo - der Ochsenkarren" entwickelt sich eine Partner-Jonglage, zum "Tanz der Küklein in ihren Eierschalen" kreisen die  Hula-Hoop-Ringe wild um die Hüften, die russische Hexe "Baba Jaga" tanzt ausdrucksstark am Vertikal-Seil, die "Tuilerien" fangen an zu singen, der Bauchtänzer bringt den "Marktplatz von Limoges" zum Leben, im "Alten Schloss" wird eine Marmorsäule auf einmal unglaublich gelenkig, in den "Katakomben" wird bedrohlich mit Feuer hantiert und im finalen Bild "das große Tor von Kiev" werden durch Kraft -und Pole-Akrobatik die Parallelen zwischen Architektur und Anatomie eindrucksvoll deutlich. Zusätzlich ist da noch Monsieur Gobelin als liebenswert, trotteliger Museumswärter und "Gnom", "der mit seinen absurden Späßen und herzzerreißender Unbeholfenheit die Lachmuskeln aufs äußerste strapaziert", wie das "Münchner Tageblatt" schrieb. "Nach dem imposanten Schlussbild der Vorstellung, dem "Großen Kiewer Tor" wollte der Applaus überhaupt nicht mehr enden. Man war sich einig: zweieinhalb Stunden Kleinkunst vom Feinsten", schrieb die "Süddeutsche Zeitung". "Vergesst den Cirque du Soleil!", textete der Berliner "Tagesspiegel".